Glossar zum Thema Migration - Migration Integration und Migranten migmag Kulturmagazin

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Glossar zum Thema Migration

Migration Integration in Deutschland, Migranten und Migrationshintergrund - Begriffserläuterungen



GLOSSAR
Migration, Integration in Deutschland, Migranten und Migrationshintergrund


Abschiebung


bezeichnet die zwangsweise (und ggf. mit Zwangsmitteln) durchgesetzte Aus-weisung von Ausländern aus Deutschland, die keine Aufenthaltsberechtigung bzw. -erlaubnis haben.


Antiziga-
nismus


„Antiziganismus“ und damit spezifischer Vorurteile gegen die Minderheit der Sinti und Roma. Damit verbunden ist die Bezeichnung dieser Minderheit als Ausländer, obwohl sie seit mehr als 600 Jahren in Deutschland leben und hier sesshaft geworden sind. Allerdings sollte man wissen, dass ihre Vorfahren 300 Jahre lang offiziell keine Erlaubnis zur Ansiedlung in Deutschland bekamen, sondern nur eine Genehmigung zu ambulantem Gewerbe.
"Rassistische Parolen gegenüber Sinti und Roma sind in Deutschland noch immer an der Tagesordnung", so heißt es auch bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Der Menschenrechtskommissar des Europarats, Thomas Hammarberg, zeigte sich besorgt über die romafeindliche Hetze deutscher Rechtsextremer im Internet. Im Unterschied zum Antisemitismus ist der Antiziganismus bis heute in allen Schichten gesellschaftsfähig
.


Asyl


Unter der Bezeichnung Asyl versteht man einen Zufluchtsort, von dem man nicht gewaltsam weggeholt wird. Das Grundgesetz gewährt politischen Flüchtlingen Asyl (Art. 16 a GG), wenn eine Prüfung ergibt, dass der Asylsuchende politisch verfolgt wird und deshalb seine Heimat verlassen musste.


Asyl-
bewerber


Asylbewerber sind Menschen, die in einem fremden Land ->Asyl, das heißt um Aufnahme und Schutz vor politischer, religiöser oder geschlechtsspezifischer Verfolgung beantragen. Wird ihr Antrag um Asyl abgelehnt, müssen sie Deutschland wieder verlassen. Herrscht allerdings in ihrem Heimatland Krieg oder Bürgerkrieg, wird die -> Abschiebung ausgesetzt.


Deutsche
Staatsbürger-
schaft


Staatsbürgerschaft und Staatsangehörigkeit werden in Deutschland synonym verwendet. Die deutsche Staatsangehörigkeit wird durch Geburt erworben. Wenn also ein Elternteil deutsch ist, wird das Kind auch deutsch. -> Ausländer können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind,


Emigration
Emigranten


ist das Verlassen des Heimatlandes auf Dauer. Die Emigranten oder Auswanderer verlassen ihre Heimat entweder freiwillig oder erzwungenermaßen aus wirtschaftlichen, religiösen oder politischen oder persönlichen Beweggründen. Es ist ein Menschenrecht. Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Men-schenrechte gibt jedem Menschen das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen sowie jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.
Der Gegensatz zur Emigration ist die Immigration. Emigration und Immigration sind Teil der Wanderungsbewegungen (Migration).


Flughafen-
verfahren


Das "Flughafenverfahren" ist ein Schnellverfahren um Einreise oder Abschiebung von Flüchtlingen.

Asylentscheidungen werden gefällt, während der Ausländer sich auf dem Flughafengelände aufhält. Zahlreiche Vereine und Verbände haben aktuell gegen die Pläne zur Festsetzung von Asylsuchenden auf dem künftigen Großflughafen Berlin-Schönefeld protestiert. Der Zeitdruck bei dem Verfahren mache es den gerade geflüchteten und teils schwer traumatisierten Menschen unmöglich, zur Ruhe zu kommen und Asylgründe geordnet vorzutragen. So komme es immer wieder zu eklatanten Fehlentscheidungen.
Das Flughafenverfahren wird an Flughäfen umgesetzt, in denen die Asylbewerber auf dem Flughafengelände untergebracht werden können. Möglich ist dies an den Flughäfen Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg und München.



Flüchtlinge


Gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) sind Flüchtlinge Menschen, die aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung ihr Heimatland verlassen mussten. Als Konventionsflüchtlinge werden Ausländer bezeichnet, die in Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention in Deutschland Abschiebungsschutz genießen, auch wenn sie keinen Anspruch auf Asyl nach Artikel 16a des Grundgesetzes haben.


Härtefall-
klausel


Ausländer, die um eine Aufenthaltserlaubis kämpfen, können sich an die Härtefallkommission wenden. Bei dringenden humanitären oder persönlichen Gründen kann das Gremium ein Härtefallersuchen an das Innenministerium richten. Dieses entscheidet dann darüber, ob die jeweilige Ausländerbehörde angewiesen wird, dem Antragsteller eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen.
Die Mitglieder der Kommission sind Vertreter der Kirchen, der kommunalen Landesverbände, der Wirtschaft sowie unabhängige Persönlichkeiten. Mit einer Zweidrittelmehrheit kann das Gremium ein Härtefallersuchen beschließen.


Illegale


Als Illegale werden jene Ausländer bezeichnet, die unerlaubt und ohne Kenntnis der zuständigen Behörden in ein Land eingereist sind. Zunehmend geschieht dies mit Hilfe von Schlepperbanden.


Immigration
Immigranten


Die Einwanderung (Immigration) in ein anderes Land, oft erzwungen durch politische, geschlechtsspezifische, religiöse und rassistische Diskriminierung und Verfolgung, Wirtschafts-, Umwelt- und Naturkatastrophen, bis hin zu Krieg und Vertreibung.



Inklusion


Hinter dem Begriff Inklusion steht die Idee, dass die „Anerkennung von menschlicher Vielfalt als Normalität“ als Zielvorstellung zu verfolgen sei. Sie ersetze die bisherige Vorstellung von Normalität, die davon ausgeht, dass als „normal“ zu bezeichnen sei, was auf die meisten zutrifft, was eine Gruppe von Menschen also homogen macht. Inklusion ist damit etwas anderes als Integration; denn sie geht davon aus, dass man grundsätzlich einer Gruppe zugehörig ist, und dass Unterschiede gerade eine erwünschte Vielfalt ausmachen.


Migration
Migranten


Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt verlassen ihre Heimat, um ihren Lebensmittelpunkt an einen anderen Ort zu verlegen. Mehr als 150 Millionen Menschen weltweit leben als Migranten in einem Staat, der nicht ihre ursprüngliche Heimat ist. Dies entspricht etwa der doppelten Bevölkerungszahl der Bundesrepublik. In Deutschland blickt fast jeder fünfte Einwohner auf eine ausländische Herkunft zurück: Im Jahr 2008 hatten 19 Prozent der hier lebenden Menschen einen Migrationshintergrund.


Residenz-
pflicht


Als letztes Flächenland schafft Baden-Württemberg die Residenzpflicht für Asylbewerber ab. Die Residenzpflicht ist eine Auflage für Asylbewerber und Geduldete. Sie verpflichtet die Betroffenen, sich nur in dem von der zuständigen Behörde festgelegten Bereich aufzuhalten. Die Regelung, dass sie ihren Stadt- oder Landkreis nur mit Ausnahmeerlaubnis verlassen dürfen, wird von vielen als Schikane empfunden. Sie soll in den nächsten Tagen des Februar 2012 in Baden-Württemberg weg fallen. Die Veränderung entspreche einer langjährigen Forderung der Kirchen und des Städtetags. Dies betrifft rund 6000 Menschen, die Zuflucht im Südwesten suchen. In Baden-Württemberg begingen Asylbewerber bislang eine Ordnungswidrigkeit, wenn sie den Bezirk ihrer Ausländerbehörde ohne Erlaubnis vorübergehend verließen – etwa für Verwandten- oder Gottesdienstbesuche. Mehrmalige Verstöße wurden als Straftat geahndet, die sich negativ auf die Asylverfahren auswirkte. Der Wegfall der Residenzpflicht im Nachbar-Bundesland wird nun noch an zwei Bedingungen geknüpft sein: Er gilt erst am Ende der Unterbringung in der Landesaufnahmestelle in Karlsruhe. Zudem dürfen dem Asylbewerber keine „erheblichen Verstöße“ im Asylverfahren vorgeworfen werden.


Xenophobie


Der Begriff Xenophobie setzt sich aus den griechischen Worten xénos mit der Bedeutung Fremder oder Gast und phóbos mit der Bedeutung Furcht zusammen - Fremdenfurcht also, nicht etwa Fremdenfeindlichkeit, da man sich durchaus die Intelligenzleistung abverlangen darf, Furcht und Feindseligkeit in ihrer Unterschiedlichkeit zu verstehen. Der unselige deutschsprachige Begriff der Überfremdung bzw. der Furcht vor Überfremdung stellt indes eine Entsprechnung xenophobischer Einstellungen innerhalb einer Gesellschaft dar (keine Begriffsentsprechung).

______________________________
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

_____________________

Kommentar abgeben
_________________________








Foto: by ©Dieter-Schütz/pixelio.de

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü