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Buchtipps der migmag-
Migration, Integration in Deutschland, Migranten und Migrationshintergrund
Lesen bedeutet, die Welt zu erobern, das Andere und Fremde zu verstehen, gesellschaftliche Probleme zu erkennen oder sich einfach der Spannung von Geschichten hinzugeben. Migmag möchte an dieser Stelle Bücher empfehlen, die berühren, faszinieren, zum Nachdenken anregen oder einfach unterhalten.
Buchtipp: Fluchtgeschichten

Fluchtgeschichten
Aus und nach Deutschland. Biographien und Hintergründe 1933-
Herausgeber: Simone Blaschka-
Mit „Fluchtgeschichten“ präsentiert das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojektes. Die zentrale Frage lautete: Wie prägt die Erfahrung einer Flucht den zukünftigen Lebensweg? Durch Interviews, umfangreiche Recherchen zum aktuellen Flüchtlingsgeschehen sowie Rückblicke in die Geschichte gibt das Buch Antworten mit biographie-
Die Lebenswege der geflohenen Personen werden in drei Abschnitte aufgeteilt: das Leben in der alten Heimat, die Fluchtwege sowie die Ankunft und das Leben im neuen Land. Zwei historische Lebenswege wurden eingebunden, um zu prüfen, ob etwas gibt, das vielen Flüchtlingen und ihren Familien gemeinsam ist – unabhängig davon, warum und wann sie um Asyl baten. Die Wahl fiel bei den historischen Biographien auf zwei jüdische Lebensgeschichten, da sie zeigen, dass in Deutschland in jüngster Vergangenheit eine völkermordende Diktatur herrschte, vor der fast 280.000 Deutsche flohen, die vor allem in Europa und den USA Aufnahme fanden.
Dieses schön gestaltete Buch gibt viele Antworten, allgemeingültig ist keine von ihnen. Genau darin sieht das Museum zur Migrationsgeschichte seine Aufgabe: auf die vielen Facetten und Gesichter von Migration aufmerksam machen.
Buchtipp: Dass wir heute frei sind

Dass wir heute frei sind
Ein Menschenrechtslesebuch von Reiner Engelmann u. Us M. Fiechtner
Anlässlich des 50-
Buchtipp: Manifest der Vielen

Manifest der Vielen
Deutschland erfindet sich neu
Hilal Sezgin (Hg.)
Wenig Tage nach Erscheinen (ET: 26.2.) geht das von der Publizistin Hilal Sezgin herausgegebene und von den Thesen Thilo Sarrazins inspirierte Buch "Manifest der Vielen" in die zweite Auflage; die dritte ist in Vorbereitung. Bereits bei der Buchpremiere im ausverkauften Maxim-
Buchtipp: Die Panikmacher

Patrick Bahners, Die Panikmacher -
Eine Streitschrift, 2011.
In Deutschland geht eine Panik um: Menschen mit islamischer Glaubenszugehörigkeit und Migrationshintergrund bringen das Land in Gefahr! Aber geben wirklich sie berechtigten Grund für diese Panik, oder ist nicht vor allem eine populistische Islamkritik dafür verantwortlich, dass sich die Stimmung im Land verändert? Sie argumentiert mit einem geschlossenen System von Vorurteilen, das die Verachtung ganzer gesellschaftlicher Gruppen salonfähig macht und Lösungen souffliert, die in Wahrheit praxisfern und menschenrechtswidrig sind. Diese Panikmache ist das Thema der brillanten Streitschrift von Patrick Bahners.
Ayaan Hirsi Ali, Necla Kelek, Alice Schwarzer, Henryk M. Broder, Thilo Sarrazin, Ralph Giordano gehören zu den lautesten Beschwörern einer angeblichen Bedrohung, die von den in Deutschland lebenden Muslimen ausgeht. Doch sind ihre Argumente überhaupt empirisch belegt und schlüssig? Stehen ihre pauschalisierenden Angriffe auf eine andere Religion im Einklang mit dem Ideal einer liberalen und toleranten Gesellschaft, auf deren Verteidigung sich die gleichen Kritiker berufen? Und worauf genau wollen sie eigentlich hinaus? Patrick Bahners, Feuilletonchef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", verharmlost nicht die Herausforderungen der Integration, aber er korrigiert die falschen Behauptungen der Islamkritik und zeigt, wie sich unter dem Deckmantel der Geistesfreiheit in Wahrheit zunehmend eine Kultur der Intoleranz ausbreitet. Sein Buch ist der dringend fällige Einspruch dagegen, dass in Deutschland fremdenfeindliche Stimmungsmache beim Thema Islam die Oberhand gewinnt.
"Er prüft und denkt. Er ist allein, so wie das Denken immer allein ist. Aber welche Freude, dass es ihn gibt." Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung
Buchtipp: Schule -

Karim Fereidooni, Schule -
Das Thema der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem ist nach den nationalen und internationalen Kompetenzvergleichsuntersuchungen IGLU 2001, PISA 2000, 2003 und 2006 in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Karim Fereidooni geht der Frage nach, ob die Befunde dieser Studien die These belegen, dass in Deutschland keine bildungspolitische Chancengleichheit zwischen autochthonen und allochthonen Schülern besteht. Im Gegensatz zu vorangegangenen Untersuchungen, die sich primär mit individuellen Ursachen für den Bildungsmisserfolg auseinandergesetzt haben, zeigt der Autor institutionelle Ursachen der Bildungsdiskriminierung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte auf.
Ausgabe 2011, 177 Seiten
Buchtipp: Todesstrafe: Auge um Auge

Kazem Hashemi, Todesstrafe: Auge um Auge
Darf der Staat Verbrecher töten? Umfragen zeigen: Auch in Deutschland wird die Todesstrafe für bestimmte Straftäter von vielen Menschen befürwortet oder sogar gefordert.
Die Geschichte der Todesstrafe ist eine lange Geschichte der Grausamkeit, und sie dauert bis heute. Ob öffentliche Hinrichtung auf dem Marktplatz zur Abschreckung oder die "saubere" Variante hinter Gefängnismauern mit Gift, Gas oder Strom -
Die Geschichte der Todesstrafe ist aber auch die Geschichte ihrer Abschaffung. Die Liste der Staaten, die sie aus ihren Gesetzen verbannen, wird länger, die Liste derer, die noch Menschen hinrichten, kürzer. Das macht Hoffnung. Und es macht Mut. Der Kampf gegen die Todesstrafe ist noch nicht gewonnen -
Eine Geschichte erzählt aus dem Iran, wo Menschen noch immer gesteinigt werden. Ein Häftling schreibt über sein Leben im "Wartezimmer des Todes" in einem texanischen Gefängnis. Und ein Kreis von Freunden in Deutschland streitet über das Für und Wider der Todesstrafe. Ein informativer Sachteil ergänzt Hintergründe, Zahlen und Trends und stellt die wichtigste Frage überhaupt: In was für einer Welt wollen wir leben?
Edition Menschenrechte im Verlag Horleman, 128 Seiten
Buchtipp: Asyl: bedrohtes Recht

Christine Grunert, Asyl: bedrohtes Recht
Sie flüchten vor dem Tod, vor Verfolgung, vor Krieg und Gewalt. Angesichts von Millionen Flüchtlingen macht das reiche Europa seit vielen Jahren seine Grenzen dicht. inige der ärmsten Länder der Welt nehmen längst mehr Flüchtlinge auf als alle europäischen Länder zusammen. Das Asylrecht ist in Gefahr.
Erzählt werden zwei Geschichten von Flüchtlingen aus unterschiedlichen Teilen der Welt, die aus unterschiedlichen Gründen gezwungen sind, ihre Heimat und Familie zu verlassen. Ein ausführlicher Sachteil informiert über die Situation von Flüchtlingen, die Ursachen von Flucht und Vertreibung in verschiedenen Ländern, die Entwicklung des Asylrechts, das Schengener Abkommen, Flüchtlingshilfe, Abschiebungspraxis etc
Christine Grunert ist Juristin und arbeitete ab 1994 zunächst in einer Anwaltskanzlei mit asyl-
Edition Menschenrechte, Verlag Hörlemann
Buchtipp: Geschichte der deutschen Migration

Dirk Hoerder, Geschichte der deutschen Migration -
Deutschland ist über Jahrhunderte hinweg eine Kulturregion mit vielfältigen Wanderungsbewegungen gewesen. Männer und Frauen deutscher Dialekte und zahlreicher regionaler Kulturen sind aus ihrer jeweiligen Heimat ausgewandert, um neue Lebensperspektiven zu finden, Menschen anderer Kulturen -
Dirk Hoerder bietet einen chronologischen Überblick über die Auswanderung, zeigt die unterschiedlichen Motive, die Auswahl der Ziele, die quantitativen Ausmaße und die kulturellen wie wirtschaftlichen Auswirkungen.
Paperback, 2010, 128 Seiten. Das Werk ist Teil der Reihe: Beck`sche Reihe: bsr -
Buchtipp: Where children sleep

James Mollisons Fotobuch "Where Children Sleep"
Das Süddeutsche Magazin, das James Mollisons Fotobuch "Where Children Sleep" kürzlich vorstellte, titelte traumschön und treffsicher: "Nur der Mond scheint allen gleich". Die Betten und Schlafplätze von Kindern, die der in Kenia geborene und in England aufgewachsene Photograph auf der ganzen Welt aufgenommen hat, sind beeindruckend -
Für uns ist ein Kinderzimmer selbstverständlich, für andere unvorstellbarer Luxus. Die Aufnahmen sind Ergebnis eines Projekts, das 2004 begann und seither 50 Kinder auf 5 Kontinenten porträtierte.
Chris Boot Verlag, 1. November 2010, 120 Seiten
Buchtipp: Halbmondwahrheiten

Isabella Kroth, Halbmondwahrheiten
Türkische Männer in Deutschland -
Tariks ganze Geschichte ist eine von zwölf, die die Münchner Journalistin Isabella Kroth in Erfahrung brachte. Ihre fairen und mit Ausdauer recherchierten Porträts türkischer Einwanderer legen offen, wie traditionelle Geschlechterrollen aus dem anatolischen Hinterland auf das deutsche Alltagsleben prallen. Wenn Männer die alleinigen Ernährer sein und Frauen ausschließlich Zuhause bei ihren Kindern bleiben sollen. Wenn Ehen von den Eltern beim Mokkatrinken angebahnt werden.
Türkische Männer haben bisher geschwiegen. "Dass manche, weil sie keine Worte fanden, Gewalt benutzten, um sich auszudrücken", zeigt den Ernst der Lage. Dabei scheinen ein ausgeprägter Machismo, humorloser Stolz sowie kollektives Ehrgefühl dem individualistischen und pluralistischen westlichen Lebensstil besonders schroff gegenüber zu stehen. Zu besserem gegenseitigen Verständnis leisten Isabella Kroths Porträts einen wertvollen Beitrag -
"Das Buch erhellt vieles und hilft wohltuend, Migrationserfahrungen zu verstehen." (Özlem Yilmazer, dpa, Frankfurter neue Presse)
"Dieses Buch ist ausgesprochen hilfreich für die Debatte um Hilfen, Unterstützung und Forderungen an Menschen aus dem türkischen Kulturkreis. [...] Denn es werden überwiegend bislang in der öffentlichen Diskussion unbekannte Aspekte türkischen Lebens in Deutschlands beleuchtet. Die einfühlsame Darstellung von Isabella Kroth gibt den hier porträtierten türkischen Männern ein Gesicht und schenkt ihnen Respekt." (amazon, Detlef Rüsch)
"Halbmondwahrheiten ist ein wichtiges und kluges Buch. Es leistet einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte und räumt mit allzu schlichten Klischees von Tätern und Opfern auf, ohne jedoch die existierenden Probleme von Zwangsheirat, Paschatum und Unterdrückung zu leugnen." (Andrea Schuler, Freie Journalistin und Filmemacherin)
Diederichs Verlag, 224 Seiten, August 2010
Buchtipp: First Thousand Words in ...

Die Reihe "First Thousand Words in..."
des englischen Usborne Verlags versammelt 1000 Wörter des Grundwortschatzes der jeweiligen Zielsprache. Thematisch geordnet, zeigen die großformatigen Seiten einfache Alltagsszenen in Wimmelbildern; umrahmt sind diese von Darstellungen einzelner Gegenstände und Zusammenhänge aus der Zeichnung und deren jeweiliger Bezeichnung in der Fremdsprache.
Die Bücher sind vor allem für Kinder ab sechs Jahren, aber auch für Erwachsene geeignet. Sie sind für folgende Sprachen erhältlich: Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Latein, Chinesisch, Japanisch, Hebräisch, Arabisch u. v. m..
Die Ausgaben von "A Thousand Words in ..." kosten zwischen 9 und 12 Euro und sind damit für das, was sie bieten, recht preiswert.
Buchtipp: Interkultur

Mark Terkessidis, Interkultur
Chance Teilhabe. Ob als theoretisches Konzept oder als polemische Formel -
"Interkultur soll mit messbaren Zielvorgaben an den tatsächllichen Verhältnissen ansetzen. (...) Die Lektüre des Buches, das seine erhellende Sicht auf die neuen ethnischen Realitäten auch den persönlichen Erfahrungen des Autors verdankt, sollte mindestens für alle sich mit Migrationspolitik Beschäftigenden Pflicht sein." (Urs Hafner, Neue Zürcher Zeitung)
edition suhrkamp 2589, erschienen am 22.02.2010, 220 Seiten
Buchtipp: Schutz statt Abwehr

Tillmann Löhr, "Schutz statt Abwehr -
Festung Europa. Jeder Flüchtling hat das Recht, in der Europäischen Union Hilfe und Schutz vor Verfolgung zu erhalten. Soweit die Theorie der Genfer Flüchtlingskonvention. Doch in der Praxis geht es Regierungen eher darum, die Zahl der Asylbewerber möglichst gering zu halten. Abwehr statt Schutz ist die Devise. Europas Grenzen sind kaum noch zu erreichen. Wer es trotz Frontex Patrouillen und Visa Bestimmungen schafft, muss sich in abweisenden Verfahren und unter abschreckenden, oft unmenschlichen Aufnahmebedingungen behaupten. Hinzu kommen die Notlagen hunderttausender Migranten, die als Geduldete in ständiger Angst vor der Abschiebung oder ganz ohne Aufenthaltspapiere im Verborgenen leben. Tillmann Löhr gibt einen längst notwendigen Überblick über die Geschichte und Gegenwart der Flüchtlingspolitik. Der Autor zeigt realistische, schnelle Verbesserungsmöglichkeiten auf: Die Staaten der EU sollen sichere und legale Wege nach Europa eröffnen, dürfen Bootsflüchtlinge nicht länger auf hoher See zurückschicken und müssen zu fairen und europaweit vergleichbaren Gerichtsentscheidungen kommen, auch für Menschen ohne Aufenthaltspapiere.
Politik bei Wagenbach. Originalausgabe [628] 2010, 96 Seiten
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