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migmag-Buchtipps Migration und Gesellschaft

Buchtipps der migmag-Redaktion zum Thema Migration und Gesellschaft
Migration, Integration in Deutschland, Migranten und Migrationshintergrund

Lesen bedeutet, die Welt zu erobern, das Andere und Fremde zu verstehen, gesellschaftliche Probleme zu erkennen oder sich einfach der Spannung von Geschichten hinzugeben. Migmag möchte an dieser Stelle Bücher empfehlen, die berühren, faszinieren, zum Nachdenken anregen oder einfach unterhalten.


Buchtipp: Rassismus sichtbar machen


Rassismus sichtbar machen – Ein Plädoyer von Jagoda Marinic

Über ein Jahrzehnt lang konnten deutsche Neonazis ungehindert Migranten ermorden. Die Ermittler hatten das rassistische Tatmotiv nicht gesehen. Auch die Journalisten nicht, die den Begriff der "Döner-Morde" etablierten. Warum ist Rassismus für die deutsche Öffentlichkeit so unsichtbar geblieben? Die Schriftstellerin Jagoda Marinić hat hierzu eine kluge Rede gehalten, die wir sie zu veröffentlichen baten. Ergebnis ist ein E-Book mit ihrer Rede und einem Vorwort von Heribert Prantl.

„Eine zornige Rede wie die der kroatisch-deutschen Schriftstellerin Jagoda Marinic hat auf der Gedenkstunde im Februar 2012 gefehlt." 
Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung

DeutschlandRadioKultur schreibt: 
“Integration, Leitkultur - diese Themen sind wichtig in der deutschen Diskussionslandschaft. Und gerade deshalb wundert sich die Schriftstellerin Jagoda Marinic in ihrem E-Book, warum so lange nicht klar war, dass die Morde der Zwickauer Terrorzelle einen rassistischen Hintergrund
hatten".

Buchtipp: Fluchtgeschichten


Fluchtgeschichten
Aus und nach Deutschland. Biographien und Hintergründe 1933-2011.
Herausgeber: Simone Blaschka-Eick; Karin Heß, edition DAH, Verlag: Deutsches Auswandererhaus


Mit „Fluchtgeschichten“ präsentiert das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojektes. Die zentrale Frage lautete: Wie prägt die Erfahrung einer Flucht den zukünftigen Lebensweg? Durch Interviews, umfangreiche Recherchen zum aktuellen Flüchtlingsgeschehen sowie Rückblicke in die Geschichte gibt das Buch Antworten mit biographie-und universalgeschichtlichem Ansatz.
Die Lebenswege der geflohenen Personen werden in drei Abschnitte aufgeteilt: das Leben in der alten Heimat, die Fluchtwege sowie die Ankunft und das Leben im neuen Land. Zwei historische Lebenswege wurden eingebunden, um zu prüfen, ob etwas gibt, das vielen Flüchtlingen und ihren Familien gemeinsam ist – unabhängig davon, warum und wann sie um Asyl baten. Die Wahl fiel bei den historischen Biographien auf zwei jüdische Lebensgeschichten, da sie zeigen, dass in Deutschland in jüngster Vergangenheit eine völkermordende Diktatur herrschte, vor der fast 280.000 Deutsche flohen, die vor allem in Europa und den USA Aufnahme fanden.
Dieses schön gestaltete Buch gibt viele Antworten, allgemeingültig ist keine von ihnen. Genau darin sieht das Museum zur Migrationsgeschichte seine Aufgabe: auf die vielen Facetten und Gesichter von Migration aufmerksam machen.

Buchtipp: Dass wir heute frei sind

migmag Buchtipp Migration: Dass wir heute frei sind


Dass wir heute frei sind

Ein Menschenrechtslesebuch von Reiner Engelmann u. Us M. Fiechtner

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens von Amnesty International erscheint dieses hochkarätige Lesebuch mit vielen inhaltlich und literarisch abwechslungsreichen Texten und persönlichen Berichten. Die Bandbreite reicht von klassischen Menschenrechtsthemen bis hin zu aktuellen wie Armut, Bildung, Recht auf menschenwürdige Wohnung etc. Mit anwendungsbezogenem Anhang zur Arbeit von Menschenrechtsorganisationen und Initiativen, jeweils mit einer kurzen kritischen Vorstellung und einer Checkliste.


Buchtipp: Manifest der Vielen

migmag Buchtipp: Manifest der Vielen


Manifest der Vielen

Deutschland erfindet sich neu
Hilal Sezgin (Hg.)

Wenig Tage nach Erscheinen (ET: 26.2.) geht das von der Publizistin Hilal Sezgin herausgegebene und von den Thesen Thilo Sarrazins inspirierte Buch "Manifest der Vielen" in die zweite Auflage; die dritte ist in Vorbereitung. Bereits bei der Buchpremiere im ausverkauften Maxim-Gorki-Theater in Berlin waren über vierhundert Gäste gekommen; der mit über hundert Exemplaren bestückte Büchertisch war im Handumdrehen leergefegt. Blumenbar-Verleger Wolfgang Farkas: "So etwas haben wir noch nie erlebt. Es gibt offenbar ein verstärktes Bedürfnis, sich mit dem Thema neue deutsche Identität und Islam zu beschäftigen. Diesmal aber aus dem Blickwinkel von Autoren mit sogenanntem Migrationshintergrund." Das knappe Werbebudget des Blumenbar Verlags wurde ausschließlich zur Produktion eines Videoclips verwendet - und auf Youtube schon über 4 000 Mal angeklickt. Dass die nur für dieses Projekt zusammengestellten Musiker auch Spaß verstehen, beweist der Bandname: "Vibrationshintergrund".


Buchtipp: Die Panikmacher

Migration und Integration: Patrick Bahners Die Panikmacher


Patrick Bahners, Die Panikmacher - Die deutsche Angst vor dem Islam.

Eine Streitschrift, 2011.

In Deutschland geht eine Panik um: Menschen mit islamischer Glaubenszugehörigkeit und Migrationshintergrund bringen das Land in Gefahr! Aber geben wirklich sie berechtigten Grund für diese Panik, oder ist nicht vor allem eine populistische Islamkritik dafür verantwortlich, dass sich die Stimmung im Land verändert? Sie argumentiert mit einem geschlossenen System von Vorurteilen, das die Verachtung ganzer gesellschaftlicher Gruppen salonfähig macht und Lösungen souffliert, die in Wahrheit praxisfern und menschenrechtswidrig sind. Diese Panikmache ist das Thema der brillanten Streitschrift von Patrick Bahners.

Ayaan Hirsi Ali, Necla Kelek, Alice Schwarzer, Henryk M. Broder, Thilo Sarrazin, Ralph Giordano gehören zu den lautesten Beschwörern einer angeblichen Bedrohung, die von den in Deutschland lebenden Muslimen ausgeht. Doch sind ihre Argumente überhaupt empirisch belegt und schlüssig? Stehen ihre pauschalisierenden Angriffe auf eine andere Religion im Einklang mit dem Ideal einer liberalen und toleranten Gesellschaft, auf deren Verteidigung sich die gleichen Kritiker berufen? Und worauf genau wollen sie eigentlich hinaus? Patrick Bahners, Feuilletonchef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", verharmlost nicht die Herausforderungen der Integration, aber er korrigiert die falschen Behauptungen der Islamkritik und zeigt, wie sich unter dem Deckmantel der Geistesfreiheit in Wahrheit zunehmend eine Kultur der Intoleranz ausbreitet. Sein Buch ist der dringend fällige Einspruch dagegen, dass in Deutschland fremdenfeindliche Stimmungsmache beim Thema Islam die Oberhand gewinnt.

"Er prüft und denkt. Er ist allein, so wie das Denken immer allein ist. Aber welche Freude, dass es ihn gibt." Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung



Buchtipp: Schule - Migration - Diskriminierung

migmag Buchtipps Migration Integration in Deutschland: Karim Fereidooni


Karim Fereidooni, Schule - Migration - Diskriminierung
Ursachen der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen


Das Thema der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem ist nach den nationalen und internationalen Kompetenzvergleichsuntersuchungen IGLU 2001, PISA 2000, 2003 und 2006 in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Karim Fereidooni geht der Frage nach, ob die Befunde dieser Studien die These belegen, dass in Deutschland keine bildungspolitische Chancengleichheit zwischen autochthonen und allochthonen Schülern besteht. Im Gegensatz zu vorangegangenen Untersuchungen, die sich primär mit individuellen Ursachen für den Bildungsmisserfolg auseinandergesetzt haben, zeigt der Autor institutionelle Ursachen der Bildungsdiskriminierung von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte auf.

Ausgabe 2011, 177 Seiten


Buchtipp: Todesstrafe: Auge um Auge

migmag Buchtipp Migration: Kazem Hashemi, Todesstrafe: Auge um Auge


Kazem Hashemi, Todesstrafe: Auge um Auge

Darf der Staat Verbrecher töten? Umfragen zeigen: Auch in Deutschland wird die Todesstrafe für bestimmte Straftäter von vielen Menschen befürwortet oder sogar gefordert.

Die Geschichte der Todesstrafe ist eine lange Geschichte der Grausamkeit, und sie dauert bis heute. Ob öffentliche Hinrichtung auf dem Marktplatz zur Abschreckung oder die "saubere" Variante hinter Gefängnismauern mit Gift, Gas oder Strom - die staatlich angeordnete Tötung von Menschen als Strafe für ein Verbrechen ist selbst ein Verbrechen. Ein Verbrechen gegen das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Ein Verbrechen gegen die angeborene Würde des Menschen.
Die Geschichte der Todesstrafe ist aber auch die Geschichte ihrer Abschaffung. Die Liste der Staaten, die sie aus ihren Gesetzen verbannen, wird länger, die Liste derer, die noch Menschen hinrichten, kürzer. Das macht Hoffnung. Und es  macht Mut. Der Kampf gegen die Todesstrafe ist noch nicht gewonnen - aber wir sind auf dem Weg.
Eine Geschichte erzählt aus dem Iran, wo Menschen noch immer gesteinigt werden. Ein Häftling schreibt über sein Leben im "Wartezimmer des Todes" in einem texanischen Gefängnis. Und ein Kreis von Freunden in Deutschland streitet über das Für und Wider der Todesstrafe. Ein informativer Sachteil ergänzt Hintergründe, Zahlen und Trends und stellt die wichtigste Frage überhaupt: In was für einer Welt wollen wir leben?

Edition Menschenrechte im Verlag Horleman, 128 Seiten


Buchtipp: Asyl: bedrohtes Recht

migmag Buchtipp Migration Integration in Deutschland: Christine Grunert Asyl-bedrohtes Recht


Christine Grunert, Asyl: bedrohtes Recht

Sie flüchten vor dem Tod, vor Verfolgung, vor Krieg und Gewalt. Angesichts von Millionen Flüchtlingen macht das reiche Europa seit vielen Jahren seine Grenzen dicht. inige der ärmsten Länder der Welt nehmen längst mehr Flüchtlinge auf als alle europäischen Länder zusammen. Das Asylrecht ist in Gefahr.

Erzählt werden zwei Geschichten von Flüchtlingen aus unterschiedlichen Teilen der Welt, die aus unterschiedlichen Gründen gezwungen sind, ihre Heimat und Familie zu verlassen. Ein ausführlicher Sachteil informiert über die Situation von Flüchtlingen, die Ursachen von Flucht und Vertreibung in verschiedenen Ländern, die Entwicklung des Asylrechts, das Schengener Abkommen, Flüchtlingshilfe, Abschiebungspraxis etc

Christine Grunert ist Juristin und arbeitete ab 1994 zunächst in einer Anwaltskanzlei mit asyl- und ausländerrechtlichem Schwerpunkt. Danach war sie fast zehn Jahre im Behandlungszentrum für Folteropfer in Ulm tätig. Daneben langjährige Mitarbeit bei Amnesty International und Mitglied im Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donaukreis. Heute kümmert sich Christine Grunert als Integrationsbeauftragte der Stadt Ulm um die besonderen Anliegen von Einwanderern und Asylsuchenden.

Edition Menschenrechte, Verlag Hörlemann


Buchtipp: Geschichte der deutschen Migration

migmag Buchtipp migration: Dirk Hoerder - Geschichte der deutschen Migration


Dirk Hoerder, Geschichte der deutschen Migration - vom Mittelalter bis heute

Deutschland ist über Jahrhunderte hinweg eine Kulturregion mit vielfältigen Wanderungsbewegungen gewesen. Männer und Frauen deutscher Dialekte und zahlreicher regionaler Kulturen sind aus ihrer jeweiligen Heimat ausgewandert, um neue Lebensperspektiven zu finden, Menschen anderer Kulturen - Juden, Hugenotten, Türken u.v.a.m. - sind umgekehrt in Deutschland eingewandert.

Dirk Hoerder bietet einen chronologischen Überblick über die Auswanderung, zeigt die unterschiedlichen Motive, die Auswahl der Ziele, die quantitativen Ausmaße und die kulturellen wie wirtschaftlichen Auswirkungen.

Paperback, 2010, 128 Seiten. Das Werk ist Teil der Reihe: Beck`sche Reihe: bsr - C.H. Beck Wissen; 2494


Buchtipp: Where children sleep

migmag Buchtipp Migration Integration in Deutschland: James Mollisons Fotobuch - Where Children Sleep


James Mollisons Fotobuch  "Where Children Sleep"

Das Süddeutsche Magazin, das James Mollisons Fotobuch  "Where Children Sleep"  kürzlich vorstellte, titelte traumschön und treffsicher:  "Nur der Mond scheint allen gleich". Die Betten und Schlafplätze von Kindern, die der in Kenia geborene und in England aufgewachsene Photograph auf der ganzen Welt aufgenommen hat, sind beeindruckend - für sich und in der Summe, die die Extreme verdeutlicht.
Für uns ist ein Kinderzimmer selbstverständlich, für andere unvorstellbarer Luxus. Die Aufnahmen sind Ergebnis eines Projekts, das 2004 begann und seither 50 Kinder auf 5 Kontinenten porträtierte.

Chris Boot Verlag, 1. November 2010, 120 Seiten


Buchtipp: Halbmondwahrheiten

migmag Buchtipp Migration: Halbmondwahrheiten von Isabella Kroth


Isabella Kroth, Halbmondwahrheiten

Türkische Männer in Deutschland - Innenansichten einer geschlossenen Gesellschaft. Heute betet Tarik regelmäßig in einer der achtzig Berliner Moscheen. Die Regeln des Islam nimmt der Dreißigjährige besonders genau. Früher sah das ganz anders aus. Da dealte der Deutschtürke mit Drogen. Und während er über seine deutsche Freundin stets eifersüchtig wachte, ging er selbst fremd. Schließlich verfiel Tarik den Drogen und schlug seine Freundin, bis sie ihn verließ. Heute will der Geläuterte sein Leben in Allahs Hand legen.
Tariks ganze Geschichte ist eine von zwölf, die die Münchner Journalistin Isabella Kroth in Erfahrung brachte. Ihre fairen und mit Ausdauer recherchierten Porträts türkischer Einwanderer legen offen, wie traditionelle Geschlechterrollen aus dem anatolischen Hinterland auf das deutsche Alltagsleben prallen. Wenn Männer die alleinigen Ernährer sein und Frauen ausschließlich Zuhause bei ihren Kindern bleiben sollen. Wenn Ehen von den Eltern beim Mokkatrinken angebahnt werden.
Türkische Männer haben bisher geschwiegen. "Dass manche, weil sie keine Worte fanden, Gewalt benutzten, um sich auszudrücken", zeigt den Ernst der Lage. Dabei scheinen ein ausgeprägter Machismo, humorloser Stolz sowie kollektives Ehrgefühl dem individualistischen und pluralistischen westlichen Lebensstil besonders schroff gegenüber zu stehen. Zu besserem gegenseitigen Verständnis leisten Isabella Kroths Porträts einen wertvollen Beitrag - und verleihen der Debatte um Einwanderer aus islamischen Ländern die nötige Substanz. - Herwig Slezak


"Das Buch erhellt vieles und hilft wohltuend, Migrationserfahrungen zu verstehen." (Özlem Yilmazer, dpa, Frankfurter neue Presse)

"Dieses Buch ist ausgesprochen hilfreich für die Debatte um Hilfen, Unterstützung und Forderungen an Menschen aus dem türkischen Kulturkreis. [...] Denn es werden überwiegend bislang in der öffentlichen Diskussion unbekannte Aspekte türkischen Lebens in Deutschlands beleuchtet. Die einfühlsame Darstellung von Isabella Kroth gibt den hier porträtierten türkischen Männern ein Gesicht und schenkt ihnen Respekt." (amazon, Detlef Rüsch)

"Halbmondwahrheiten ist ein wichtiges und kluges Buch. Es leistet einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte und räumt mit allzu schlichten Klischees von Tätern und Opfern auf, ohne jedoch die existierenden Probleme von Zwangsheirat, Paschatum und Unterdrückung zu leugnen." (Andrea Schuler, Freie Journalistin und Filmemacherin)

Diederichs Verlag, 224 Seiten, August 2010

Buchtipp: First Thousand Words in ...

migmag Buchtipp Migration Integration in Deutschland: First Thousand words


Die Reihe "First Thousand Words in..."

des englischen Usborne Verlags versammelt 1000 Wörter des Grundwortschatzes der jeweiligen Zielsprache. Thematisch geordnet, zeigen die großformatigen Seiten einfache Alltagsszenen in Wimmelbildern; umrahmt sind diese von Darstellungen einzelner Gegenstände und Zusammenhänge aus der Zeichnung und deren jeweiliger Bezeichnung in der Fremdsprache.

Die Bücher sind vor allem für Kinder ab sechs Jahren, aber auch für Erwachsene geeignet. Sie sind für folgende Sprachen erhältlich: Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Latein, Chinesisch, Japanisch, Hebräisch, Arabisch u. v. m..
Die Ausgaben von "A Thousand Words in ..." kosten zwischen 9 und 12 Euro und sind damit für das, was sie bieten, recht preiswert.

Buchtipp: Interkultur

migmag Buchtipp Migration: Mark Terkessidis - Interkultur


Mark Terkessidis, Interkultur

Chance Teilhabe. Ob als theoretisches Konzept oder als polemische Formel - lange Zeit bestimmte der Begriff des Multikulturalismus die Debatte über die Einwanderungsgesellschaft. Die stellte man sich vor wie ein Stadtteilfest mit Würstchen, Falafel und Cevapcici - als unverbindlich-tolerantes Nebeneinander. Doch Autoren und Regisseure wie Vladimir Kaminer oder Fatih Akin wollen nicht länger auf ihre Herkunft reduziert werden und haben die Vorstellungen von deutscher Kultur verändert. Daher sollten, so Mark Terkessidis, die alten Konzepte überwunden werden. Er plädiert für eine radikale interkulturelle Öffnung. Alle Institutionen müssten darauf abgeklopft werden, ob sie Personen, egal welcher Herkunft, auch tatsächlich die gleichen Chancen auf Teilhabe einräumen. Nur so können die Potentiale einer vielfältigen Gesellschaft fruchtbar gemacht werden.

"Interkultur soll mit messbaren Zielvorgaben an den tatsächllichen Verhältnissen ansetzen. (...) Die Lektüre des Buches, das seine erhellende Sicht auf die neuen ethnischen Realitäten auch den persönlichen Erfahrungen des Autors verdankt, sollte mindestens für alle sich mit Migrationspolitik Beschäftigenden Pflicht sein." (Urs Hafner, Neue Zürcher Zeitung)

edition suhrkamp 2589, erschienen am 22.02.2010, 220 Seiten

Buchtipp: Schutz statt Abwehr

migmag Buchtipp Migration Integration in Deutschland: Tillmann Löhr - Schutz statt Abwehr


Tillmann Löhr, "Schutz statt Abwehr - Für ein Europa des Asyls"

Festung Europa. Jeder Flüchtling hat das Recht, in der Europäischen Union Hilfe und Schutz vor Verfolgung zu erhalten. Soweit die Theorie der Genfer Flüchtlingskonvention. Doch in der Praxis geht es Regierungen eher darum, die Zahl der Asylbewerber möglichst gering zu halten. Abwehr statt Schutz ist die Devise. Europas Grenzen sind kaum noch zu erreichen. Wer es trotz Frontex Patrouillen und Visa Bestimmungen schafft, muss sich in abweisenden Verfahren und unter abschreckenden, oft unmenschlichen Aufnahmebedingungen behaupten. Hinzu kommen die Notlagen hunderttausender Migranten, die als Geduldete in ständiger Angst vor der Abschiebung oder ganz ohne Aufenthaltspapiere im Verborgenen leben. Tillmann Löhr gibt einen längst notwendigen Überblick über die Geschichte und Gegenwart der Flüchtlingspolitik. Der Autor zeigt realistische, schnelle Verbesserungsmöglichkeiten auf: Die Staaten der EU sollen sichere und legale Wege nach Europa eröffnen, dürfen Bootsflüchtlinge nicht länger auf hoher See zurückschicken und müssen zu fairen und europaweit vergleichbaren Gerichtsentscheidungen kommen, auch für Menschen ohne Aufenthaltspapiere.

Politik bei Wagenbach. Originalausgabe [628] 2010, 96 Seiten

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