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Filmtipps der migmag-Redaktion
Migration und Integration in Deutschland, Migranten und Migrationshintergrund

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Filmtipp: Le havre

Le Havre
LE HAVRE, Finnland/F/D 2011 - Regie, Buch: Aki Kaurismäki. Kamera: Timo Salminen. Mit: André Wilms, Kati Outinen, Blondin Miguel, Jean-Pierre Darroussin, Elina Salo, Pierre Etaix, Jean-Pierre Léaud. Pandora, 93 Minuten


Es ist ein Märchen von einer wundersamen Rettung und von einer ebenso wundersamen Heilung: Ein älterer Schuhputzer und seine Frau leben arm, aber glücklich in einem kleinen Häuschen in Le Havre. Da wird seine Frau schwerkrank ins Krankenhaus eingeliefert. Wenig später beobachtet ihr Mann am Hafen einen Jungen aus Afrika, der als illegaler Einwanderer vor der Polizei flieht. Der Schuhputzer erfährt, dass der etwa 15-Jährige zu seiner Mutter nach London will, und versteckt ihn in seinem Haus. Er hilft ihm, und sucht nach Verwandten des Jungen in Flüchtlingslagern, in Gefängnissen. Das alles geschieht gelassen, leicht und ohne große Dramatik. Irgendwann helfen alle Nachbarn, der Bäcker und die Barfrau dabei, den Jungen zu seiner Mutter nach London zu bringen, hinter dem Rücken der französischen Polizei.
Aki Kaurismäki: "Es hätte auch jede andere Stadt in Europa sein können, außer Finnland - so verzweifelt ist niemand, dass er dorthin ausreist! Das Immigrationsproblem ist groß und ich weiß keine Antwort. Die Fehler wurden während der Kolonisation gemacht, jetzt ist es zu spät. Es hilft auch nicht, diesen Ländern Geld zu geben. Europa hat eine große Verantwortung. Italien und Griechenland können nicht alle Flüchtlinge aufnehmen."

„Sehnsucht nach blühendem Leben: Aki Kaurismäkis Film "Le Havre" ist eine liebevolle Auseinandersetzung mit dem Flüchtlingsproblem ohne Betroffenheits-Rhetorik - und zugleich die Wiederauferstehung eines Regisseurs. Endlich ist er wieder im Vollbesitz seiner Magie.“ Von Rainer Gansera, Süddeutsche Zeitung

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Der Trailer zum Film

Filmtipp: L´enfant d´en haute

L´enfant d´en haute (CH / FR 2011)
von Ursula Meyer

Jeden Tag fährt der 12-jährige Simon (Kacey Mottet Klein) mit der Seilbahn in die Berge, dorthin, wo sich in der Wintersaison die Touristen tummeln. In der Garderobe des Skihotels durchsucht er die Rucksäcke nach Essbarem, aber vor allem hat er es auf Skier abgesehen, die er stiehlt, um sie zu Geld zu machen. Louise (Léa Seydoux), die junge Frau in der Wohnung im Tal bei der er lebt, hat keine Ahnung davon, was Simon den ganzen Tag treibt. Das eigenartige Verhältnis der beiden schwankt zwischen Zärtlichkeit und unvermittelten Spannungen.

„So sehr ist der Originaltitel Teil der Topografie und Paradoxie der Handlung, dass der englische Verleihtitel nicht gelten kann. Die französische Regisseurin entdeckt eine Parallelwelt dort, wo es dem äußeren Anschein nach keine Parallele zur Elite zu geben scheint. Die elliptischen Fahrten der Seilbahn spiegeln zugleich das wirtschaftliche Gefälle der Schweizer Gesellschaft und die Höhen und Tiefen in Louise und Simons Verhältnis. Während ihr Umfeld in Form der an- und abreisenden Urlauber im Fluss ist, treten sie auf der Stelle.“ Von Lida Bach, die ZEIT

Auf der Berlinale 2012 erhielt L'enfant d'en haut (Sister) 
von Ursula Meier den SONDERPREIS - SILBERNER BÄR


> Der Trailer zum Film


Filmtipp: Just the wind

Just the wind (Csak a szél)
von Bence Fliegauf (Ungarn/Deutschland/Frankreich 2012)

Ungarn ist ein Land, in dem Sinti und Roma und längst auch wieder Juden nicht sicher sind. In dem Nationalismus und Antisemitismus in Politik und Medien wieder hoffähig sind. Ausgehend von einer realen Mordserie, der in Ungarn in gut einem Jahr acht Menschen zum Opfer fielen, schildert Bence Fliegauf, wie die Pogromstimmung, aus der Gewalt gegen Minderheiten entsteht. "Der Zuschauer erlebt den Alltag einer Roma-Familie bis zu ihrer Ermordung. Das sich ankündigende tragische Ende liegt beklemmend über der Sommeridylle", sagte Schauspielerin Birgit Minichmayr bei der Verleihung des Preises in Berlin. „Die außergewöhnliche Nähe, die die nervöse Kameraführung schafft, bringt uns der Angst der Protagonisten verstörend nahe.“

Just the wind erhielt auf der Berlinale 2012 den Großen Preis der Jury – Silbernen Bären sowie den Amnesty International-Filmpreis der Berlinale 2012. Aus der Begründung: „Der Film Just the Wind weist kunstvoll auf die erschreckende Situation der Roma in Ungarn hin", begründete die Amnesty-Jury (Schauspielerin Birgit Minichmayr, Regisseur Ayat Najafi und Markus Beeko von Amnesty International) die Entscheidung."Bence Fliegauf erinnert uns auf eindringliche Weise daran, was es für Menschen bedeutet, zwischen alltäglicher Diskriminierung und rassistischem Terror zu leben."

> Trailer zum Film

Filmtipp: REBELLE


REBELLE
Das Schicksal einer Kindersoldatin
; Regie: Kim Nguyen

In dieser franko-kanadischen Produktion wird das Schicksal einer Kindersoldatin in Afrika erzählt. Obwohl es nicht gesagt wird, gibt es starke Bezüge zu den Zuständen im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Zehntausende Kinder sind dort in den Jahren der Kongokriege und -konflikte verschleppt und zu Kindersoldaten ausgebildet worden, größter körperlicher und seelischer Grausamkeit ausgeliefert. Etwa vierzig Prozent von ihnen sind Mädchen. In einem Interview sagte der ehemalige UN-Nothilfekoordinator und Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, John Holmes, es habe auch in anderen Konflikten Vergewaltigungen als Taktik der Kriegsführung gegeben, aber die Situation in der Demokratischen Republik Kongo sei anders: "Die Größenordnung und die Brutalität übersteigen das menschliche Vorstellungsvermögen.",  von Wenke Husmann, DIE ZEIT

Die Hauptdarstellerin Rachel Mwanza erhielt für ihre Darstellung in Rebelle den Silbernen Bären der Berlinale 2012 als bester Darstellerin.


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